Fitness und Gesundheit

Depression/Burnout!? Teil 1

Es war lange ruhig um mich, vor allem in den sozialen Netzwerken. Depression / Burnout?! Warum jetzt so ein Beitrag? Das verrate ich euch direkt und es erklärt wo ich war. Ich hatte letztes Jahr im September 2019 ein Burnout. Zumindest für mich hat es sich so angefühlt.  Einigen wenigen habe ich es erzählt, aber ganz vielen nicht. Ich schreibe diesen Beitrag nicht um Mitleidsbekundungen zu erhalten oder um Aufmerksamkeit für meine Person zu erhalten. Mitgefühl darf sein mit Betroffenen, Mitleid hilft weder dir noch der Betroffenen Person. Ein Rat den ich mir selbst des Öfteren geben sollte. 🙂
Nein, ich schreibe, weil ich glaube und von einigen weiß ich es auch, dass dieses Thema ganz viele von uns betrifft und auch betreffen kann. Außerdem um Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, denn es ist einfach noch immer ein Tabu Thema und es ist mir lange schwer gefallen anderen davon zu erzählen. Es ist eine große Überwindung darüber zu schreiben, gerade im 2. Teil wird es recht persönlich. Ich nutze diesen Beitrag auch, um für mich selber nachzureflektieren, zu verarbeiten und abzuschließen (hoffentlich). Ich schreibe daran schon seit einem Jahr. Daher ist der Text auch echt schon lang geworden und ich habe mich dazu entschieden ihn in 2 Teile zu splitten.

Aber von Anfang an…

 

Disclaimer: Ich schreibe hier nur aus meiner persönlichen Sicht, dies ist ein Erfahrungsbericht. Ich gebe weder Heilversprechen, noch ersetzen die Tipps eventuelle ärztliche oder psychologische Unterstützung.

So kam es zum Burnout

Wie ist das denn passiert? Wie konnte ich nur so inkompetent sein, dass mir das passiert? (So kam es bei mir an) So oder so ähnlich hat mich mal mein Bruder gefragt und mich gelöchert. Das war eines der anstrengendsten Telefonate, die ich mit ihm hatte und ich hatte sehr viele schon. Es ist nicht hilfreich, wenn man schon so viel Druck verspürt und ausgebrannt ist, sich so wie ich gerade auf Reha befand, den Menschen so auszufragen, dass noch mehr Stress entsteht. Seid bitte achtsam mit Betroffenen, besonders wenn sie so mutig sind und sich euch anvertrauen.

 

Ich arbeite schon seit ich 15 Jahre war in der Gastronomie/Hotellerie und es hat mir auch Spaß gemacht. Sehr oft allerdings und das ging sicher schon vor circa 12 Jahren los, habe ich schon ein Überlastungsgefühl gespürt und auch schon das Wort „Burnout“ im Hinterkopf gehabt, es aber verdrängt. Ich habe den Job gewechselt und auch dies hat kurzfristig Linderung bewirkt. Das erste Mal hatte ich ein Überlastungsgefühl ca. 2015 als ich noch in der Imperial Riding School (Hotel) gearbeitet habe. Damals wusste ich gar nicht was mit mir auf einmal los war und ich glaube mein Chef war auch überfordert. Er wollte mir sicher helfen, aber ich hatte ja selbst keinen Plan was los war.

Folgende Anzeichen hatte ich damals:

  • Erhöhte Reizbarkeit, Angst zu „Versagen“ , Angst vor Jobverlust, Angst vor Angriffen von Vorgesetzten oder Kollegen/innen, Zweifel, ob man wirklich genug Leistung erbringt: „Könnte ich doch noch mehr Leistung erbringen?“, Konzentrationsmangel, Überforderungsgedanken, Gedächtnisstörungen, Durchhaltegedanken: „Ich muss funktionieren und darf nicht krank werden!“, Aggressive Reaktionen: Herumschreien, Pausen wurden nicht mehr eingehalten, Erledigen von Arbeiten auch von zu Hause in der Freizeit, In der Freizeit: Hobbies wurden vernachlässigt oder „durchgepeitscht“, Sportliches wurde zurückgestellt, weil „ich mich erholen muss, um in der Arbeit weiter zu funktionieren, Arbeiten trotz Krankheit, Krankheit im Urlaub

Körperliche Reaktionen:

  • Trockener Mund, Kloß im Hals,
  • Weiche Knie
  • Engegefühl in der Brust
  • Fingertrommeln, mit Knie vibrieren, Füße scharren, Schultern hochziehen, Generelle muskuläre Anspannung („Kampf- oder Durchhaltehaltung“), Migräne und Spannungskopfschmerz, Müdigkeit, Erhöhte Infektanfälligkeit

Lars, falls du das liest, jetzt weißt auch du was los war, vielleicht sensibilisiert dich dies auch für andere Mitarbeiter und für dich selbst. Diese Dinge waren mir damals nicht mal bewusst. Ich habe mich gar nicht richtig gespürt oder es ignoriert. Aber im Nachhinein fällt es mir auf, was damals schon alles vorhanden war.

Trifft einiges auf dich zu? Dann bleib auf jeden Fall dran und lies weiter, vielleicht kann ich dir helfen. Wichtig ist: Nimm es war und sei dankbar, dass du es bemerkst. Erst jetzt, da du es bewusst wahrnimmst, kannst du auch etwas verändern. Ich komme später noch darauf zurück was mir geholfen hat.

 

Im Sommer 2018,  im Urlaub habe ich es so deutlich gespürt wie nie zuvor, denn ich konnte mich im Urlaub nicht mehr erholen, nicht richtig abschalten und die Gedanken sind immer wieder zu meiner Arbeit gewandert und das ich eigentlich nicht zurück möchte. Ich sprach mit meiner Chefin und teilte ihr das mit. Daraufhin wurde es besser oder vielleicht verdrängte ich es, spürte es oder mich nicht richtig. Zu dieser Zeit kam auch der Wunsch auf, die Ausbildung zum veganen Ernährungsberater anzufangen. Aber neben dem Job sah ich keine Kapazität dafür. Weitere Monate vergingen und im Juli musste 1 Stelle abgebaut werden. Meine Chefin, die ja wusste das ich schon länger nicht mehr glücklich war kam auf mich zu und wir einigten uns auf eine einvernehmliche Kündigung. Nach dem ersten Schockmoment, war es für mich eine richtige Erleichterung und sofort poppte die Ausbildung auf und ich begann direkt auch neben dem Job. Angestellt war ich bis 31.08. und ab 01.09. dann arbeitslos. Ich wusste, ich brauche eine Pause und dachte 1 – 2 Monate arbeitslos zu sein, wird schon helfen. Außerdem mache ich ja auch die Ausbildung, mache also nicht nichts. Naja im Endeffekt habe ich vom AMS sehr viele Jobs bekommen auf die ich mich bewerben musste und schnell auch Termine für Vorstellungsgespräche. Als ich nach einem Telefonat einen weiteren Termin mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Zusage bekam, hab ich ziemlich heftig reagiert. Weinen und ein Gefühl der Hilflosigkeit, ein „ich kann nicht“ stellte sich ein. Das hatte ich noch nie. Auch mein Körper hat reagiert, mit zittern zum Beispiel. Ich habe mich so ausgebrannt gefühlt.  Ich habe die Termine dann abgesagt und bin 2 Tage später zu meinem Hausarzt (Dr. Markus Kolm im Auhofcenter, sein Blog hier) gegangen. Ich wusste er ist sehr verständnisvoll, ich hatte großes Vertrauen und hab ihm gesagt wie es mir geht. Er schrieb mich dann auch krank und empfahl mir eine/n Psycholog/in aufzusuchen.

 

Ich war in dieser Zeit oft sehr antriebslos. Sport ging eine Weile gar nicht. Erst als ich mir step bei step fixe Termine im Team gesetzt habe, ging nach ein paar Monaten langsam etwas weiter. Also Montags Stabi, Mittwochs Lauftreff und Donnerstags Schwimmen. Um mich zum Stabi Training zu bekommen, habe ich aber auch Wochen gebraucht und war eine Überwindunf, gleiches beim Schwimmen.

Ich bin meinem Team, dem Team Vegan.at, dafür sehr dankbar, auch wenn sie es vielleicht gar nicht wissen, wie sehr sie mich damit unterstützt haben. Denn sportliche Bewegung war und ist mir nach wie vor wichtig, aber die Umsetzung war allein so gar nicht möglich. Die meisten kennen mich als Frohnatur und Energiebündel und ich nahm mich auch so wahr. Gerade deshalb war es mich sehr schwer, dass ich es auf einmal nicht mehr war und einfachste Dinge im Haushalt so viel Energie zum Umsetzen brauchten. Und ich habe mich dann auch schlecht gefühlt, wenn mein damaliger Freund nach Hause kam und ich nichts oder wenig gemacht habe. Manchmal war ich schon stolz, wenn ich den Geschirrspüler ausgeräumt habe und dazu brauchte es oft Stunden der Motivation. Auch Essenszubereitungen habe ich aufgeschoben. Der wahrscheinlich Einzige Grund, dass ich überhaupt aufgestanden bin, war Zeus. Ich bin wirklich dankbar, dass der kleine Kerl mich morgens begrüßt hat und durch seine Bedürfnisse, die mich zum Aufstehen und nach draußen gehen gewisser Maßen „gezwungen“ haben, aber auch das hat oftmals länger gedauert als von gewünscht. Also die Schritte vom Gedanken bis zur Umsetzung waren teilweise mit Stunden verbunden.

Und so ging es weiter

Ich ging dann alle 2 Wochen zur Psychologin Irene Haberfellner und zu Barbara Theiler, einer Therapeutin der Grinberg Methode. Details dazu im Teil 2. Und dann musste ich mich natürlich bei der Krankenkasse vorstellen. Die ersten 2 Male ging es mir relativ ok damit, aber zum Ende zu, war es für mich eine sehr stressige Situation. Denn ich fühlte mich nicht arbeitsfähig, aber natürlich haben sie dort auch Menschen, die wirklich nicht arbeiten wollen. Aber es ging bis Ende Februar gut und mir wurde dann gesagt, dass Sie mich ohne Befund von einem Facharzt für Psychiatrie nicht weiter krankschreiben können. Ich hatte mich Ende Dezember mit Fit to Work in Verbindung gesetzt, da ich nicht so richtig wusste, wie es für mich weitergehen soll, denn meine Ausbildung lief noch mindestens bis September 2020 und ich wollte auch nicht gleich selbstständig sein, um in dem nächsten Burnout zu schlittern. Fit to Work war gerade beim Umstrukturieren und so musste ich recht lange warten, auf einen Termin. Der erste Beratungstermin war sehr anstrengend für mich, hat mir aber auch schon mal geholfen und mich erstmals über eine Reha nachdenken lassen. Seit 09.03.20 war ich wieder arbeitslos gemeldet. Ich habe aber auch gleich mitgeteilt, dass ich mich noch nicht arbeitsfähig fühle und bei Fit to Work beraten werde. Zuvor sagte mir die Dame von der Krankenkasse, dass ich mich ja arbeitslos melden kann und ja nicht gleich vermittelt werde, die AMS Betreuerin wiederum wunderte sich, dass ich nicht weiter im Krankenstand bleibe, wenn ich mich doch nicht arbeitsfähig fühle. Ja so beißt sich die Katze in den Schwanz und Menschen, denen es eh schon schwerfällt, solche Termine zu ersuchen und wahrzunehmen, werden die Wege nicht leichter gemacht. Am 11.03. hatte ich einen psychologischen Basischeck bei Fit to Work. Dieser ging ungefähr über 4-5 Stunden und war sehr sehr anstrengend für mich. Es gab Konzentrationsübungen, einen Stressfragebogen und einen IQ Test, der auch recht kniffelig war.

Resultat war: Meine Konzentrationsfähigkeit ist unterdurchschnittlich, was ich auch spürte. Länger als 1 h konnte ich mich nicht aufs lernen Konzentrieren. Meistens lies die Konzentration schon vorher nach. Meine kognitiven Fähigkeiten allerdings sind in vielen Punkten überdurchschnittlich gut. Mit Stress gehe ich mal besser, mal schlechter um, aber mein Stresslevel ist auch nicht sonderlich hoch, meine Stresstoleranz war und ist noch immer sehr gering.
So wurde mir auch eine seelische Reha empfohlen. Einen Termin bei einem Facharzt für Psychotherapie hatte ich im Mai 2020 via Video, worüber ich froh war. So musste ich nirgends hinfahren. Und dieser hat mir dann auch eine stationäre Reha verschrieben. Und diese habe ich dann inklusive 2 Wochen Verlängerung vom 14.07.20 bis 08.09.20 in Anspruch genommen.

Ende Teil 1

 

Wie du liest, ging es ganz schön rund für mich Ende 2019 bis Ende 2020. Wie die Reha für mich war, wie es mir jetzt geht, welche Tipps ich dir geben kann, wie es bei mir jetzt weiter geht? All das erfährst du bald im zweiten Teil.

 

Ich danke dir sehr für dein Interesse und hoffe ich darf dich zu Teil 2 wieder Begrüßen.

Alles Liebe und erdbeersüße Grüße

Deine Mary

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Über den Autor

Maria Heinrich

Was erwartet Euch?! Restaurantberichte und Tipps, Berichte über Events und Shopping und gelegentliche Beiträge in der Rubrik "Nachgekocht".

Mary: geboren in Dresden(Deutschland), ich wohne seit über 10 Jahren in Wien, Frohnatur und Energiebündel, lebe seit ca 1,5 Jahren vegan. Bin gerne in Bewegung, Fitness und Tanzen sind fester Bestandteil in meinem Leben und ich liebe es mich durch die vegane Kulinarik zu kosten.

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