Mary mal Anders-Tierrechte JETZT!! - Mary Strawberry
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Mary mal Anders-Tierrechte JETZT!!

Geschrieben von Maria Heinrich

Dieser Beitrag ist definitiv ungeplant und vielleicht, nein sogar sehr wahrscheinlich passt er nicht zu den vorhandenen und folgenden Artikeln. Aber es ist mein Blog und ich mach ja sowieso immer das was ich will. 🙂

Ich war am Samstag den 05.11.16 bei der Tierrecht-JETZT-Demo, der laut VGT (Verein gegen Tierfabriken) mit 650 Teilnehmern und über 100 Helfern, weltweit größten Mahnwache dieser Art. Die Tiere waren aus hygienischen Gründen gekühlt und chemisch behandelt worden.

„Wo stammen die Toten Tiere her?“

„Jeden Tag sterben unzählige Individuen in Tierfabriken. Eine relativ hohe Sterberate ist miteinkalkuliert und so werden sie einfach – wie Abfall entsorgt und in Mülltonnen weggeworfen. Einen kleinen Teil dieser Tiere haben wir eingesammelt – in der Hoffnung, dass ihr sinnloses Leiden und Sterben – in diesem andächtigen Rahmen – die Menschen zum Umdenken bewegen kann.“ FAQ

„Wie lief die Aktion genau ab?“

Die Vorbereitungen und der Aufbau für die Teilnehmer begannen ab 10 Uhr, die Helfer waren bereits vor 9 Uhr dort. Sobald die AktivistInnen umgezogen waren, wurde mit der Aufstellung auf dem Schwarzenbergplatz, in der Wiener Innenstadt, begonnen. Sobald jedeR seinen Platz eingenommen hatte, wurden die Tiere verteilt. Dies war bis um 12 Uhr vollzogen. Und dann begann die schweigende Mahnwache, mit ruhiger musikalischer Begleitung und Ansprache von VGT Obmann Martin Balluch um 12 Uhr. Ab 13 Uhr wurden den AktivistInnen die toten Tiere wieder abgenommen, viele begannen sich daraufhin zu umarmen und gegenseitig zu trösten. Ich habe niemanden gesehen, den dies kalt gelassen hat. Und es war verdammt kalt, die gefrorenen Tiere in unseren Armen haben es nicht wärmer werden lassen. Es war anstrengend, körperlich und emotional.

Bereue ich es dabei gewesen zu sein? Auf keinen Fall!!!

In einem nachfolgenden Post auf Facebook vom VGT war zu lesen:

„Wow, das war echt pietät- und würdevoll! Eine wirklich tolle Aktion mit 650 TeilnehmerInnen! Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben, und auch an all jene, die bei der Organisation unterstützt haben, das waren ja noch einmal 100 Menschen inklusive Krankenschwester vor Ort. Und Danke an die Stadt Wien, die trotz Stänkereien eines Herrn nicht eingegriffen hat, sondern uns die Mahnwache unbehelligt durchführen ließ!“

Ein kleiner Auszug aus Martin Balluchs Ansprache:

„Tiere haben einen genauso großen Wunsch nach Leben, wie Menschen, sie haben Gefühle und sind individuelle Persönlichkeiten. Doch nach dem Gesetz werden sie in Österreich als Sachen behandelt, genutzt und, wenn nicht mehr profitabel, einfach weggeschmissen und entsorgt. Wenn Legehühner nicht mehr genügend Eier legen, auch in der Freilandhaltung, tötet man sie und ersetzt sie durch jüngere Tiere“

Vienna Online zitierte Martin Balluch wie folgt:

“Immer mehr Menschen erkennen, dass wir uns in der Mensch-Tier Beziehung in einer Sackgasse befinden. Immer mehr Menschen machen da nicht mehr mit, Vegetarismus und Veganismus boomen, in den Schulen sind die Kinder tierschutzfreundlicher denn je. Irgendwann muss auch die Politik zuzuhören anfangen. Wir brauchen eine grundlegende Änderung im Verhältnis zu Tieren. Sie sind keine Sachen und dürfen keinesfalls wie Sachen behandelt werden. Die heutige Mahnwache war ein beeindruckender Weckruf. Ich hoffe, die Politik wacht auch endlich auf.”

Hier ein Link zu einem 3 Minütigen Video von der Zeitung „Heute“- Video

Eine Zusammenfassung von der YouTuberin ParrotCarrot findet Ihr hier.

Und nun meine Eindrücke und Gedanken:

Wo soll ich anfangen? Ehrlich gesagt hatte ich das ganze unterschätzt. Mir war klar, es wird nicht leicht und ich wusste es würden Tränen fließen, denn ich bin nun mal ein sehr emotionaler Mensch. Die, die ihr mich kennt, wissen ich bin eine energiereiche Frohnatur, selten ein Tag an dem ich nicht lache. Aber Freude ist nicht die einzige Emotion die mich überwältigt. In diesem Fall war es Trauer und ja auch Wut. Darüber das, dies tagtäglich passiert, darüber dass auch ich sehr lange blind und taub war, obwohl ich doch schon immer Tiere so sehr liebte und natürlich immer noch liebe. Warum konnte ich das Leid solange nicht sehen? Ich sag Euch was, weil die Tierfabriken, die Versuchslabore, die Jäger und viele mehr nicht wollen, dass wir sehen und hören wie die Wahrheit aussieht. Die Wahrheit tut weh, kostet Ihnen Umsatz und darum wird Sie, auch wenn sie kurz in jedem von uns kurz aufflackert, abgetan als „normal“, „jeder macht es doch“, „so ist das nun einmal“ und „einer alleine kann ja sowieso nichts bewirken“. Aber viel öfter gibt es dieses Flackern und noch öfter wird daraus ein Feuer, oh wie ich Feuer mag und meins kann man nicht mehr löschen. Diese und viele Gedanken mehr, gingen mir nun durch den Kopf, als diesen kleinen, süßen Nager in meinen Händen hielt und um Ihn weinte. Genau wie die anderen Teilnehmer mit Ihren Küken, die vergast wurden, den Legehennen, den Ferkeln, den Rebhühnern, Hasen und Kaninchen, Katzen, auch 2 Füchse waren dabei und viele mehr. In dieser einen Stunde hat sich so viel in meinem inneren getan. Anfangs habe ich mit gesenktem Kopf die Tränen fließen lassen. Aber warum? Fragte ich mich. Sollten doch alle sehen das wir fühlen und zu lassen, was viele verdrängen und vielleicht nicht einmal mehr fühlen können. Und so hob ich mit Stolz meinen Kopf, sah den vorbei ziehenden Passanten in die Augen. Viele blieben stehen.

Mahnwache
Dick eingepackt und trotzdem gefroren
Bewegt und emotional erschöpft
Bewegt und emotional erschöpft

Wir haben damit ein Zeichen gesetzt, ein Zeichen das es viele Menschen gibt, denen unser Planet, mit all den Lebewesen nicht egal ist. Trauer und Wut, machten Platz für Hoffnung. Es wachen immer mehr Menschen aus der Trance auf, lassen sich nicht mehr einreden was gesund, was ach so toll sein soll und das es den Bio-Tieren besser geht. Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber einen scheiß geht es den Tieren besser.

Letztendlich war diese Mahnwache sehr schön, trotz der Trauer oder gerade deshalb, denn wir haben den Tieren das gegeben, was sie von uns Menschen bisher nicht erfahren haben, nämlich Liebe und Mitgefühl. Wir und viele andere Aufwachende, haben einen Traum, nämlich das der Tag kommt an dem die Menschen mit Abscheu in die heutige Zeit zurück blicken und sich fragen, wie primitiv, rückständig und grausam eigentlich diese Leute waren. Wie konnte man je so brutal mit fühlenden Lebewesen umgehen? So wie Sklaverei abgeschafft, Frauenwahlrecht eingeführt wurde, so glaube ich ganz fest daran, dass auch diese Geschichte ein gutes Ende nehmen wird. Ich hoffe es ist noch nicht zu spät, aber wir haben in unserer WeGainCommunity einen „Leitspruch“, den wir auch als Armband tragen – „be the change you want to see on earth“. Und so trage ich jeden Tag dieses Armband und lebe eine bessere Version meiner Selbst, lebe aktiv vor, dass es auch anders geht ohne Leid, aber mit viel Genuss.

Erst heute als ich beim Mittag genüsslich meinen, wie immer farbenfrohen Salat aß, hatte ich ein Gespräch mit einer Kollegin. Ehrlich gesagt bin ich nicht sicher ob ich es begonnen habe, denn im Normalfall habe ich mir abgewöhnt „missionarisch“ aufzutreten, aber ich gebe gerne Auskunft falls Interesse besteht. Und eben bei diesem Gespräch, fiel mir die Nachwirkung auf, die die Mahnwache auch auf mich hatte. Ich sprach viel emotionaler und war viel sensibler auf die Aussagen meiner noch nicht veganen Kollegin, mich trafen die „normalen“ Aussagen, die immer in solchen Gesprächen kommen, viel mehr, viel tiefer und ich nahm es irgendwie viel persönlicher. In diesem Fall, teilte Sie mir mit, das Sie immer wieder ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn Sie in meiner Gegenwart Fleisch isst, was mich doch ehrlich gesagt sehr freut. 😛 Sie war sehr interessiert an unserem Gespräch und hat es total verstanden, dass ich emotional total bewegt bin und war. Sie sagt sie isst nun bewusst immer weniger Fleisch, auch das freut mich natürlich sehr. Das zeigt den Einfluss, den man durch sein blosses Tun hat. Außerdem teilte Sie mir aber auch mit, das Sie wahrscheinlich nie ganz ohne Fleisch leben könne oder ohne Käse. Eine Aussage die fast jeder Veganer gemacht hat den ich kenne, genau wie Ich selbst.

Ich bedanke mich beim VGT, bei allen Mitgliedern, Unterstützern, Helfern und Aktivisten und natürlich Martin Balluch, die bei dieser Mahnwache durchgehalten haben, von ganzen Herzen. Danke an alle die sich täglich für Leben und gegen Leid entscheiden.
Und ich danke Dir. Danke dass du mein emotionales Geschwafel bis zu Ende durchgelesen und ertragen hast. Ich würde mich freuen, wenn du mich an deinen Gedanken Teil haben lassen würdest. Vielleicht geht es dir ähnlich, vielleicht hast du Fragen. Gerne jederzeit.

Es ist unser Planet und JEDER kann JEDEN Tag etwas bewirken, jede einzelne bewusste Kaufentscheidung trägt zu diesem Wandel bei. Danke!!! Be the change!!!

Eure Mary

P.S. Wieder eine Chance Tieren eine Stimme zu geben hier.. Ich hoffe wir sehen uns dort!

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Über den Autor

Maria Heinrich

Was erwartet Euch?! Restaurantberichte und Tipps, Berichte über Events und Shopping und gelegentliche Beiträge in der Rubrik "Nachgekocht".

Mary: geboren in Dresden(Deutschland), ich wohne seit über 10 Jahren in Wien, Frohnatur und Energiebündel, lebe seit ca 1,5 Jahren vegan. Bin gerne in Bewegung, Fitness und Tanzen sind fester Bestandteil in meinem Leben und ich liebe es mich durch die vegane Kulinarik zu kosten.

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